Enten und Wasservögel füttern?
- Enten und Schwäne sind frei lebende Wildtiere. Durch die regelmäßige Fütterung verlieren sie ihren natürlichen Trieb, Nahrung zu suchen.

Nicht füttern!
Lebensgefahr für Enten! - Vor allem junge Enten und Schwäne benötigen für ein gesundes Wachstum tierisches Eiweiß. Brot hingegen führt zu Wachstumsstörungen.
- Ein See ist auch eine Tiergemeinschaft. Von Ihrer Fütterung profitieren nur einzelne Tierarten, die sich dann bei diesen Bedingungen überdeutlich vermehren. Das führt zum Aussterben anderer Tiere am See, die Ihnen sicherlich genauso lieb wären, wenn Sie es wüssten. Das begünstigt aber auch Arten, von denen sie gar nichts halten, z.B. den Weiberhibbel (siehe unten).
- Sie wollen auch nächstes Jahr hier baden? Die Entenbilharziose heißt nicht ohne Grund so. Es ist ein Parasit, der in Wirtsbeziehung zur Ente steht. Folge dieser – wie es im Volksmund heißt Weiberhibbel – ist eine stark juckende Dermatitis. Weil die Symptome erst nach 10 bis 20 Tagen abklingen, kann Ihnen das den ganzen Urlaub versauen. Was hilft gegen Entenbilharziose? Nicht füttern!
- Die großen Kotmengen der Enten führen gerade bei einem so kleinen See zu einer Überdüngung und somit zu einem Sauerstoffmangel der Gewässer. Neben einer Verschlechterung der Gewässergüte führt ein ungenügendes Sauerstoffangebot auch zur Entwicklung von so genannten Botulismus-Bakterien, die ein starkes Nervengift ausscheiden. Für Kleinkinder ist das schon nicht gesund, bei Enten führt das zu einer Muskellähmung die einen qualvollen Tod verursacht.
- Nicht gefressenes Brot zieht Ratten an, die sich sehr schnell vermehren. Ratten sind natürliche Feinde der Enten und können weiterhin als Krankheitsüberträger nicht nur Enten und Schwänen gefährlich werden.
- Da sind der viele Entenkot auf der Liegewiese und die durch bettelnde Wasservögel gestörten Badegäste und Seestüberlgäste eher ein kleineres Übel.
- Statistisch gesehen schlucken wir beim Baden im Schnitt 30 bis 50 ml Wasser. Das ist zwar nicht viel, doch reicht diese Menge, um Unmengen Krankheitserreger aufzunehmen, die Wasservögel ausgeschieden haben. Und hier ein Vergleich: Ein Mensch sondert am Tag durchschnittlich 150 g Kot ab. Eine Ente scheidet dagegen täglich rund 336 g Kot aus, angehäuft mit 18-mal mehr Streptokokken im Vergleich zu menschlichen Fäkalien! Die Fracht an derartigen Fäkalbakterien, die durch eine einzige Ente in den See gelangen, entspricht also der von vielen Menschen – wobei man sicherlich davon ausgehen kann, dass die meisten Menschen die Benutzung von Toiletten vorziehen.
Am Chiemsee gibt es schon hauptamtlich angestellte Entenvergrämer! Wer die bezahlt? Wir!
- Wer die Enten und den See liebt, füttert nicht!
- Wer füttert ist entweder zu doof, um noch etwas zu lernen,
oder er gönnt Unterwössen und seinen Gästen einen solchen See nicht!
Danke fürs Lesen.
Haben Sie Anregungen, Ideen oder Kritik an www.woessner-see.de?Dann schreiben Sie mir info@woessner-see.de









